Montag, 10. Juli 2017

Sonnenuntergang

Dies hier ist nicht die Ich-mache-mit-dir-Schluss-SMS, sondern die Ich-sehe-keinen-anderen-Ausweg-mehr-für-uns-SMS. Ich unterdrücke ein seufzen und ein bitterliches schluchzen. Mir laufen die Tränen über die Wangen. Eigentlich sagt man sowas nicht, aber diesmal passt es wirklich. Es liegt nicht an dir, es liegt an mir. Ende. Ich drücke den Ausschalter meines Handys, drehe mich zur Seite und schaue auf das Meer und den dahinterliegenden SonnenUNTERGANG. Ich weine gerade nicht nur, weil du mir in diesem Moment unsagbar und furchtbar wehtust, sondern weil ich auch weiß, dass mit dieser Nachricht, wieder ein kleiner Teil in mir stirbt. Ein winziger Teil meiner Selbst, der hätte großartig, stark und selbstsicher werden können. Ein Teil von mir, den du mir gerade weggenommen und umgebracht hast. ... Was eine Ironie des Schicksals. Ich sitze hier am Strand, bei wunderschönem Wetter, dem wunderschönen Meer und dem atemberaubenden Sonnenuntergang und eigentlich ist alles perfekt. Bis auf das winzige Detail, dass du in deinem Loch, was du liebevoll Wohnung nennst, hockst, und mir feige diese Nachricht schreibst, in der du dich bis aufs kleinste bemitleidest und mich eiskalt abservierst. "Womit habe ich das verdient?" flüstere ich in die Ferne. Was so ziemlich das einzige ist, was mir dazu einfällt. Liebevoll versuchen meine Freunde mich zu trösten, wischen mir die Tränen aus dem Gesicht und reichen mir Taschentücher. Doch in meinem Kopf hallt dieselbe Frage immer und immer wieder: Womit zur Hölle habe ich das verdient. Und da es darauf auch einfach absolut keine Antwort gibt, verbleibt die Frage in meinem Kopf unbeantwortet. ... Ich möchte dir am liebsten tausend Sachen an den Kopf werfen, dir Millionen Fragen stellen und dir in dein feiges Angesicht blicken. Aber ich entscheide mich gegen all diese Dinge und lasse deine letzte Nachricht an mich unbeantwortet. Lösche den Verlauf, lösche alle Bilder und Videos von dir. Denn das ist die einzige Chance wie ich irgendwie überleben kann. Dieser Moment, in dem ich die Nachricht empfangen und gelesen habe, wird der einzige sein, in dem ich um dich geweint habe. Denn ich bin es so leid. Und ich wusste es, ich wusste das du dazu gehörst. Zu all' den feigen, kaputten und verlorenen Arschlöchern da draußen. 


Mittwoch, 14. Juni 2017

Selbstverständlich

Mir fällt nichts anderes mehr ein. Ich weiß einfach nicht wie ich die Worte, die in meinem Kopf gefangen sind, rauswerfen soll. Ich kann sie nicht aussprechen, kann dir nicht ins Gesicht sagen wie ich fühle. Glaub mir, ich wollte dir vor ein paar Tagen sagen was ich empfinde, wie es mir geht und was sich hinter meinen Seufzern und Blicken verbirgt. Und dann war ich auf einmal wie gelähmt. Du hast mich in deine Arme gezogen und so saßen wir einige Minuten stillschweigend. "Du bist nicht selbstverständlich für mich.", hast du mir ins Ohr geflüstert. Alles in mir wollte dir glauben, wirklich. Vielleicht bin ich einfach zu kaputt, vielleicht übertreibe ich maßlos, vielleicht sind meine Ängste mein Verderben, meine persönliche Hölle. Ich weiß es nicht. Meine Welt ist derzeit schwarz, tiefschwarz. Ich liege auf meinem Bett, mein Körper paralysiert, meine Tränen laufen unkontrolliert über meine Wangen. Bin hilflos, verloren, ängstlich, einsam, zerstört. Wirklich, das ist wie ich mich fühle. Nichts und niemand kann mich da raus holen. Niemand, außer dir. Du bist der einzige der mich retten kann. Der mir diese Angst nehmen kann, der mir helfen kann. Aber von dir kommt nichts. Ich liege hier hilflos, in einem Meer voller Scherben, gefangen in meiner Hölle, in meinen Gedanken. Von dir kommt nichts. Ich dachte ich hätte dir gesagt wie grausam ich mich fühle, aber es scheint an dir abzuprallen. Als würde es dich nicht interessieren, als würde ich dich nicht interessieren. Als wäre ich deine Selbstverständlichkeit.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Dieser Moment


Und dann ist da dieser Moment: Dieser Moment, wenn dir die Tränen über die Wangen laufen. Dieser Moment, wenn du dir ein Kissen ins Gesicht drückst, um nicht lauter zu werden. Dieser Moment, in dem du verzweifelt versuchst nach Luft zu schnappen und du das Gefühl hast gleich zu ersticken. Diese Moment, wenn dir schwarz vor Augen wird und du dich daran erinnern musst zu atmen. Dieser Moment, wenn dich tausend Gedanken überfordern. Dieser Moment wenn du versuchst dich zu beruhigen.  Dieser Moment, wenn dir bewusst wird, dass er es überhaupt nicht wert ist. Dieser Moment, wenn du eigentlich von Anfang wusstest, wie es enden würde. Es ist dieser Moment und es wird niemals der letzte sein.